die posttraumatische belastungsstörung (PTBS)


Was ist eine PTBS?

Auslöser:

„Eine posttraumatische Belastungstörung (PTBS) ist eine Traumafolgestörung und entsteht als Folge von lebensbedrohlichen Erlebnissen oder vergleichbaren Belastungen wie Entführungen, Folter, sexuelle Gewalt, Kriegseinsätzen, sowie bei Naturkatastrophen und schweren Unfällen.“- Dr Martin Ohly, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

 

Wie Herr Dr. Martin Ohly oben beschreibt leiden nicht nur Soldaten nach ihrem Kriegseinsatz an einer PTBS. Betroffen sind Menschen aus allen Lebensbereichen, darunter Opfer gewalttätiger Straftaten, misshandelte Kinder, vergewaltigte Frauen, Menschen die Naturkatastrophen erleben, Feuerwehrmänner nach ihrem Einsatz, oder auch Autounfälle, ein Zugunglück, genauso wie eine Diagnose von schwerwiegenden Erkrankungen kann zu einer PTBS führen.

 

Pro Jahr sind rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland von einer PTBS betroffen (Quelle: S3- Leitlinien PTBS; AWMF)

 

Flashbacks:

„Bei der posttraumatischen Belastungsstörung kommt es zu Alpträumen und dem Wiedererleben von den, mit dem Trauma zusammenhängenden, extrem belastenden Szenen, die wie ein Film vor dem inneren Auge ablaufen, welche man als Flashbacks bezeichnet.“- Dr Martin Ohly, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Symptome:

Eines der gravierendsten Symptome ist das unwillkürliche Wiedererleben das traumatischen Ereignisses in Form von Rückblenden, Albträumen und Erinnerungsfetzen und zwar nicht als Erinnerung, wie man sie kennt, sondern so, als wäre die betroffene Person im hier und jetzt wieder genau in dieser traumatischen Situation gefangen. Dabei fühlt ein Betroffener das erschütternde Erlebnis am ganzen Körper. Die meisten leben in ständiger Angst dieser Bürde ausgeliefert zu sein, sind folglich in ständiger Alarmbereitschaft, durch ihre schlaflosen Nächte schnell reizbar und leiden unter Konzentrationsschwierigkeiten. 

 

Vermeidungsverhalten:

PTBS-Betroffene isolieren sich aufgrund dieser überwältigenden Bürde, die sie ohne professionelle Hilfe nicht bewältigen können und vermeiden Orte und Situationen, die sie an das Trauma erinnern könnten. Das Paradoxe ist, dass eine Vermeidung die Symptomatik verschlimmert. Aus dem Grund ist es ratsam in Therapie zu gehen.  

 

„Jegliche Orte, Situationen und Gerüche, die mit dem Trauma in Verbindung stehen, können bei den Betroffenen Flashbacks und anderweitige Symptome der PTBS wie Panikattacken, Angstzustände und Konzentrationsschwierigkeiten hervorrufen. Das Gehirn ist überfordert derartige Ereignisse abzuspeichern, aus dem Grund  kommt es immer wieder zu Erinnerungen an die Traumata, welche sehr belastend für den Betroffenen sind und dieser sich deshalb meistens aus seinem sozialen Umfeld zurückzieht, um Trigger (Auslöser) zu vermeiden.“- Dr Martin Ohly, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie


Was passiert im Gehirn?

„Erinnerungen werden im Gehirn in einem Bereich namens Hippocampus und in der Großhirnrinde gespeichert. Bei den Betroffenen einer posttraumatischen Belastungsstörung gelingt das nicht. Die Erinnerung poppt immer wieder im Bewusstsein bruchstückhaft auf und wird mit intensiver Angst und Anspannung erlebt. Der Mandelkern im Gehirn, die Amygdala, wird aktiviert und läuft regelrecht heiß.

In der Psychotherapie wird der Betroffene stabilisiert, bevor der Betroffene wieder Kontrolle über seine Erinnerungen gewinnen kann und so die Belastung durch die quälenden Erinnerungsfetzen nach und nach weniger wird.“

 

EMPFEHLUNG EINER Unterstützungsgruppe:

„Die posttraumatische Belastungsstörung kann grundsätzlich jeden treffen, auch Menschen, die vorher psychisch gesund waren. Da sich viele Betroffene von anderen Menschen unverstanden fühlen und sich oft von anderen zurückziehen, ist eine Unterstützungsgruppe hilfreich, um dieser Gefahr der Isolierung entgegenzuwirken und der PTBS positive Erfahrungen mit anderen Menschen gegenüberszustellen."

 

Dr. Martin Ohly

Facharzt für Psychosomatische Medizin

und Psychotherapie